
Im Portrait:
Hannoversche Allgemeine Zeitung/ Stadtanzeiger, Hannover, 26. Febr. 2009:
Der Strippenzieher
Der Puppenspieler Bernd Linde ist ein Multitalent: Nicht nur, dass er seine Figuren geschickt zu führen versteht – er stellt sie sogar selbst her und entwickelt für sie eigene Theaterstücke
(…) Seither hat er alljährlich ein Puppenstück geschrieben, sich mit immer neuen Puppenformen auseinandergesetzt und auch die Musik gemacht. Die lässt er sich allerdings von professionellen Musikern im Studio einspielen. Nur die Lieder singt der Künstler selbst und spielt auch in manchem Stück Gitarre oder Flüte. Etwa 120-mal pro Jahr tritt Bernd Linde mit seinen Puppen auf – meist in Grundschulen, Kindertagesstätten, für Jugendpflege- oder Kultureinrichtungen. In Hannover gastiert der Puppenspieler seit einiger Zeit regelmäßig im Theatermuseum und im Alten Magazin.
Nach der Indianergeschichte Kleiner Adler ganz groß, dem Regenwaldstück Ricardo in Rio, der mittelalterlichen Verschwörung Es lebe der König und der jüngsten Fantasie-Geschichte Im Land der Drachen und Elfen, für die er erstmalig Klappmaulfiguren aus Schaumstoff gebaut hat, will Bernd Linde in diesem Jahr kein neues Stück produzieren. Im zehnten Jahr nach der Gründung des Theaters, einer Zeit, in der ihm Claudia Telle für Schneiderarbeiten ebenso zur Seite stand wie die Mitspieler Barbara Felsenstein und Andreas Stumm, Biena S. Monecke beim Großfigurenbau half und Christoph Buchfink bei der Regie mitwirkte, wird der Ricklinger jetzt ein Jahr lang seine Stücke zu Kinderbüchern umschreiben.
Und natürlich wird er weiter auftreten. Schließlich geht es ja nicht, dass der Puppenmacher die Figuren erst zum Leben erweckt und sie dann für so eine lange Zeit in irgendwelchen Kisten verschwinden lässt. Wer Willi Wunderbar, den Drachen, Siebenschön und all die anderen einmal erlebt hat, wird das verstehen. |